die wichtigsten Zutaten und Gewürze

     Die Märkte in Athen waren mit Sicherheit nicht anders als die heutigen Wochenmärkte in den Mittelmeer Ländern. Buntes Treiben mit Akrobaten, Leiermusik, Poesie, Flötenspielerinnen, Werkzeuge, Sklaven, Gemüse, Getreide und ein unersättliches Angebot an anderen Nahrungs-mitteln jeglicher Art. Die vielfältige Angebote der Pfauen, Kraniche, Wachteln, Haselhühner, Drosseln, Flamingos, der Familie Specht, Enten und Hühner wird wohl die Hindergrundgeräusche überdeckt haben. Professionelle Vogelfänger blassten den Vögeln Luft unter ihrer Haut, damit sie größer aussahen, oder steckten ihnen eine Feder durch die Nasenlöcher.

 

 

Der seltene Pfau

 

      Der Pfau war einst ein seltener Vogel, wie Antiphanes in >Der Soldat, oder Tychon< mit den Versen bezeugt:

Brachte früher einmal jemand nur ein Pfauenpaar ins Land, war's 'ne Seltenheit, doch sind sie häufiger als Wachteln nun.

Ebenso Eubulos im >Phönizier<. Denn der Pfau wird wegen seiner Seltenheit angestaunt. Der Pfau - schreibt Aristoteles hat getrennte Zehen, frisst Körner und legt Eier mit drei Jahren, in einem Alter, wo er auch die Buntheit des Gefieders entwickelt. Er brütet etwa dreißig Tage. Er legt einmal jährlich zwölf Eier, und zwar nicht auf einmal, sondern im Verlauf von zwei Tagen. Er legt auch Windeier wie das Haushuhn, aber nicht mehr als zwei. Er sitzt auf dem Nest und brütet die Eier aus wie das Haushuhn. Eupolis sagt in den >Reservisten< von ihm: dass ich nicht halte in Persephones Reich einen Pfau, der da die Entschlafnen weckt.

 

       Von dem Redner Antiphon gibt es eine Rede mit dem Titel >Über die Pfauen<, doch im Text selbst wird das Wort nie erwähnt, sondern er nennt sie dort mehrfach >bunte Vögel< und berichtet, Demos, Sohn des Pyrilampes, habe solche besessen, und viele Besucher seien gekommen mit dem Wunsch, die Vögel zu sehen, auch aus Sparta und Thessalien, und sie hätten sich bemüht, der Eier habhaft zu werden. Über ihr Aussehen schreibt er: Wollte jemand diese Vögel in der Stadt heimisch machen, so würden sie davonfliegen. Beschneidet man aber ihre Flügel, so beraubt man sie ihrer Schönheit. Denn die Flügel sind ihre Schönheit, nicht der Körper. Dass der Wunsch, sie zu sehen, groß war, ergibt sich aus einer anderen Stelle derselben Rede: Am Monatsersten durfte jedermann eintreten, an allen anderen Tagen gelang es niemand, dies Verlangen zu verwirklichen. Und dies geht so nicht erst seit gestern und heute, sondern seit mehr als dreißig Jahren.

 

Athenaios VIII 379a-d

 

 

 

Halterungen für kleine Fleischspieße 20. Jahrhundert v. Chr. Akrotiri Santorini

    

 

     Kleinere Vögeln waren eher für den Handspieß beim Symposium gedacht und nicht für ein größeres Abendessen. Doch sie setzten das Zeichen, das der Gastgeber eine große Kaufkraft hatte.

 

Geht es um die Zwergtrappe?

 

      Larensis sprach: Da ihr schweigt und über den Tetrax offenbar nichts mehr zu sagen habt, will ich euch den Vogel vorführen. Denn als ich für den Herrn Kaiser Prokurator in Mösien war und die Verwaltung jener Provinz leitete, habe ich dort im Lande den Vogel gesehen. Ich erfuhr, dass er bei den Mösern und Päoniern so genannt wird, und erinnere mich des Vogels aus den Versen des Aristophanes. Ich meinte, auch der grundgelehrte Aristoteles habe das Tier der Erwähnung gewürdigt in seinem schwerge-wichtigen Opus. Denn es heißt, der Stagirit habe von Alexander zur Erforschung der Tierwelt achthundert Talente erhalten. Als ich aber bei ihm nichts über den Vogel fand, freute ich mich, den geistreichen Aristophanes als verlässlichen Zeugen zu haben.

Während er noch sprach, trat ein Diener herein und brachte den Tetrax in seinem Käfig. In der Größe übertraf er den größten Haushahn, in der Gestalt ähnelte er der Purpurralle. Von den Ohren hingen ihm beiderseits die Hautlappen herab wie bei dem Hahn. Seine Stimme war tief. Wir bewunderten die Farben des Vogels - und nicht lange darauf wurde er angerichtet aufgetragen, und sein Fleisch schmeckte wie das des Vogels Strauß, den wir auch oft verzehrt haben.

 

Athenaios IX 400d-401a

 

 

      Die Wachtel als Fleisch- und Eierlieferant wurde immer mehr von dem Haushuhn aus dem asiatischem Raum, das eine größere Ge-wichtseinheit sowie bei der Eierproduktion ergiebiger waren, seit ge-raumer Zeit abgelöst. Einige Quellen deuten hin dass das Haushuhn >órnis< und der Hahn >alektrýon< schon mehrere Jahrtausende zuvor im östlichen Bereich gezüchtet wurde und danach nach Griechenland eingeführt. Doch andere Hinweise zeugen wiederum erst nach dem Kontakt mit Persien, doch das ist sicher das dieser Vogel „ der persische Wecker“ mitte des 5. Jahrhunderts v. Chr. von Kratinos (* um 520 v. Chr.; † 423 v. Chr. Athenaios 374 d) und für Aristophanes (450 v. Chr. in Athen; † um 380 v. Chr.) (Komödie Vögel 485) der persische Vogel. Demnach kam dieser Vogel aus Persien nach Griechenland mit einem verheerenden Erfolg, wie wir es jetzt wissen. Archäologische Bildliche Funde von Vasen und Metalarbeiten deuten auf einen viel älteren Import des „Weckers“.

 

     „Einer Heimkehr im Morgengrauen, beim ersten Ruf der Wecker“ (Theognis 863 f.) und von „Eiern von Gänsen und von Weckern“ Epicharmos, Ἐπίχαρμος, (540 - 460 v. Chr.) 152 bei Athenaios, Epitome 57 d.

 

    Seit Jahrhunderten wurden die Gänse gemästet, für eine Vergrös-serung der begehrten Leber (Foie gras). Die Gans der Persephone war heilig und diente als lieblicher Vogel, dessen Schönheit von den Griechen bewundert wurde. Schon Penelope besaß eine Herde von 20 Gänsen. Gänse wurden nicht nur wegen ihrer heiligkeit gehalten, sondern bewus-st gestopft - und zwar aus demselben Grund wie heute, zum Fett-machen ihrer Leber (Foie gras). Zwei recht frühe Belege bringen Gänse in einer Weise mit der Fütterung in Verbindung, die sie von den anderen Tieren auf den Bauernhof unterscheiden (Homer, 19,536 f; Kratinos 49 bei Athenaios 384c, wo die Passage aus der Odyssee ebenfalls zitiert ist).

 

     Kochlias, Schnecken wurden in der Höhle von Franchthi gefunden wo ebenfalls ein Menschliches Skelett mit einem alter von 8000 Jahre. Schnecken gehörten sehr wahrscheinlich schon Jahrtausende vorher auf der Speisekarte der Menschen weill die Jagt sehr einfach war/ist, man bückt sich nur um sie zu fangen.

 

     Diese Jagtmethode war in der Antike von den Landbewohnern eine tägliche willkommene Speisekarte-Erweiterung. Hinweise deuten auch da-rauf, dass die Schnecken nicht nur gekocht sondern auch in der heißen Asche zubereitet wurden.

 

     Schnecken können nicht als Lebewesen der Luft oder des Wassers gelten, soviel ist klar. Wenn wir mit der Schnecke nicht bei den Vierfüß-lern uns befassen, werden wir gar nichts über den Nährwert der Schnek-ke gesagt haben. Es wäre aber nicht richtig, sie zu übergehen, so wie wir Raupen und Igel und andere Lebewesen übergehen, die von den Ägyptern und anderen gegessen werden. Keiner von diesen Leuten wird unser Buch lesen, und wir werden nichts von ihrem Essen zu uns nehmen. Die Griechen aber essen jeden Tag Schnecken. Diese haben ein festes Fleisch, sind aber gekocht äußerst nahrhaft.

 

(Galen, Über die Eigenschaft der Nahrungsmittel 3,2,1)

 

 

 

 

     πρῶτοι δὲ Λυδοὶ καὶ τὴν καρύκην ἐξεῦρον, περὶ ἧς τῆς σκευασίας οἱ τὰ Ὀψαρτυτικὰ συνθέντες εἰρήκασιν, Γλαῦκός τε ὁ Λοκρὸς καὶ Μίθαικος καὶ Διονύσιος Ἡρακλεῖδαί τε δύο γένος Συρακόσιοι καὶ Ἆγις καὶ Ἐπαίνετος καὶ Διονύσιος ἔτι τε Ἡγήσιππος καὶ Ἐρασίστρατος καὶ Εὐθύδημος καὶ Κρίτων, πρὸς τούτοις δὲ Στέφανος, Ἀρχύτας, (Ἀκέστιος) Ἀκεσίας, Διοκλῆς, Φιλιστίων. τοσούτους γὰρ οἶδα γράψαντας Ὀψαρτυτικά. καὶ κάνδαυλον δέ τινα ἔλεγον οἱ Λυδοί, οὐχ ἕνα ἀλλὰ τρεῖς: οὕτως ἐξήσκηντο πρὸς τὰς ἡδυπα-θείας. γίνεσθαι δ᾽ αὐτόν φησιν ὁ Ταραντῖνος Ἡγήσιππος ἐξ ἑφθοῦ κρέως καὶ κνηστοῦ ἄρτου καὶ Φρυγίου τυροῦ ἀνήθου τε καὶ ζωμοῦ πίονος. μνημονεύει δ᾽ αὐτοῦ Ἄλεξις ἐν Παννυχίδι ἢ Ἐρίθοις: μάγειρος δ᾽ἐστὶν ὁ προσδιαλεγόμενος

 

 

ὅτι δέ σοι παρὰ τοῦτο κάνδαυλόν τινα

παραθήσομεν. Β. κάνδαυλον; οὐκ ἐδήδοκα

<κάνδαυλον> οὐδ᾽ ἀκήκο᾽ οὐδεπώποτε.

Α. θαυμαστὸν ἐμὸν εὕρημα: πάνυ πολὺν δ᾽ἐγὼ

ἐὰν παραθῶ σοι, προσκατέδει τοὺς δακτύλους

αὐτῷ γε χαίρων. χόρια μὲν ποιήσομεν—

Β. ἄνθρωπε, ποίει λευκὰ καὶ βλέπ᾽ εὶς ...

Α. εἰτ᾽ὰντακαἰονἰχθύων ταρίχος ἢ

κρεῶν, βατανίων εὐθέως ....

δίπυρον παραθήσω, κᾠὸν ἐπιτετμημένον,

πῦον, μέλιτος ὀξύβαφον, ἀποταγηνιῶ

τυροῦ τροφάλια χλωρὰ Κυθνίου παρατεμὼν

βοτρύδιόν τι, χόριον, ἐν ποτηρίῳ

γλυκύν: τὸ τοιοῦτον γὰρ ἀεί πως μέρος

ἐπιπαίζεται, κεφαλὴ δὲ δείπνου γίνεται.

Β. ἄνθρωπ᾽ἐπίπαιζε: μόνον [ἀλλ᾽] ἀπαλλάγηθί μου

τοὺς.σοὺς δἐ κανδαύλους λέγων καὶ χόρια καὶ

βατάνια. πᾶσαν ἀφανιεῖς τὴν ἡδονήν.

 

μνημονεύει τοῦ κανδαύλου καὶ Φιλήμων ἐν Παρεισιόντι οὕτως

 

τοὺς ἐν τῇ πόλει

μάρτυρας ἔχω γὰρ ὅτι μόνος φύσκην ποιῶ,

κάνδαυλον, ᾠόθριον, θρῖον ἐν στενῶ. τί .γἀρ

τούτων διάπτωμ᾽ἐγένετ᾽ἢἁμάρτημα τί;

 

καὶ Νικόστρατος ἐν Μαγείρῳ

 

ὃς μέλανα ποιεῖν ζωμὸν οὐκ ἠπίστατο,

θρῖον δὲ καὶ κάνδαυλον.

 

καὶ Μένανδρος Τροφωνίῳ

 

Ἰωνικὸς πλούταξ: ὑποστάσεις ποιῶν,

κάνδαυλον, ὑποβινητιῶντα βρώματα.

 

      καὶ εἰς τοὺς πολέμους δὲἐξιόντες οἱ Λυδοὶ παρατάττονται μετὰ συρίγγων καὶ αὐλῶν, ὥς φησιν Ἡρόδοτος καὶ Λακεδαιμόνιοι δὲ μετ᾽ αὐλῶν ἐξορμῶσιν ἐπὶ τοὺς πολέμους, καθάπερ Κρῆτες μετὰ λύρας.

 

Fragment von Athenaios über den Kandalo

 

 

                                                                                                                             

     Die Lydia erwähnten als erste „Karýki“ (altgriechisch καρύκην, im neugriechischen καρυκεύω, karikevo, würzen, anmachen) für diejenigen die über die Herstellung der Opsartitiká, Οψαρτυτικά, (zubereitetes, gekochtes, gegrilltes) gesprochen haben, der Glaukos von Lokrida, der Mithaikos Kochbuchschrieftsteller (Μίθαικος, συγγραφέας έργων μαγει-ρικής), der Dionysos,……. Denn ich weis dass diese über Opsartitika geschrieben haben.

 

      Die Sklaven sprachen über den Kándalo, κάνδαυλο (Spieß), nicht eine Art von Spießen, sondern drei der Zubereitungsarten. Der Egísippos von Taranto (3. Jh. v. Chr.) Athenaios VII 279 και 290, IX 405 sagt, das es von gekochtem Fleisch, Fladen, Käse von Phrygia, Dill und dickflüssigen Sud hergestellt wird, der Vohrahne des heutigen Schaschlik? Darüber hinaus war die einfache Art auf einem Grill die Spieße zu grillen, der Vohrahne des heutigen Souvlaki?

 

 

Ich weiß das ich dir diesem sogenannten kándalo
serviere.

B. Kándalo; Habe niemals kándalo gegessen
und weiß auch nicht was das sein soll.
A. Für mich wäre das eine großartige Errungenschaft dir eine
große Portion zu servieren, du würdest dir danach überglück-lich die Finger lecken. Wir machen auch Würstchen -
B. Mensch (Freund), mach die weißen und sei vorsichtig…..

A. Danach Fisch irgendein (ein) pasteurisierten Stör
oder etwas aus Fleisch, von kleinen Gefäßen….

Ich serviere dir doppelt gebackenes Brot und geschnittenes Ei,
Biestmilch, ein Becher Honig mit Pfannkuchen,
frisch geschnittenen Hartkäse von Kythnos,
einen kleinen Wein Fruchtstand, Würstchen, ein Becher
süßen Wein. Diese Zusammenstellung wird immer
als zweiter Gang angeboten, ist aber der Hauptgang des Abendmahls.

B. Mensch (Freund), bring mir den Nachtisch. Nur lass mich
in Ruhe mit deinen Kandalo, Würstchen
und deinen Heiligkeiten. Du zerstörst mir alle Genüsse.

 

Fragment von Athenaios über den Kandalo, Athenaios XII 516

 

 

Tragbarer Tisch-Tongrill 4/5 Jhr. v. Chr.

 

 

Gesicherte Hinweise auf Sauerteigbrote finden sich in der Bibel. In 2. Mose 12,8 steht zum Auszug der Israeliten aus Ägypten (1400 – 1200 v. Christus): „….das Fleisch aber sollen sie es essen, und ungesäuertes Brot mit herben und bitteren Kräutern dazu.“ Die explizite Erwähnung des ungesäuerten Brotes gilt als Beleg, dass es eben auch das ungesäuerte und damit getriebene Brot gegeben haben muss. Der weiße Schaum der eingeweichten Kichererbsen (der fürchterlich sauerer riecht), Weinhefe und Natron waren ebenso im Einsatz als Treibmittel bei der Backkunst bekannt.

 

Die Ägypter gaben das Verfahren, nach dem die Hefe beim Bierbrauen gewonnen und schließlich zur Herstellung von getriebenen Broten genutzt wurde, an die Griechen weiter. Von diesen wiederum lernten die Römer die Backkunst die bis heute weitergeführt wird.

 

In der Athener Zeit des führenden Staatsmannes Perikles, Περικλής, (* um 490 v. Chr. † September 429 v. Chr.) hatte Athen ein Getreide Import von der Region Ellispondo, Ελλήσποντο, (heutige Türkei, Canakkale Bogazi) und Pondus von ca. 17.000 Tonen Getreide. Ägypten Exportierten bzw. die Griechen importierten ebenfalls die wichtigen Getreidesorten Dinkel, Ολυρα, Weizen Σιτάρι, und Gerste, Κριθάρι, für ihren täglichen Brei, Fladen, Brote und Kuchen.

 

Der Weizen wurde auf zwei Arten weiterverarbeitet, er wurde eingeweicht um zu einem Brei Maza, Μάζα,- und die zweite Art zu Mehl gemahlen, damit die über 60 verschiedenen Brotsorten mit Trockenfrüchten, Kräuter, Gewürze, Nüssen, Olivenöl, Butter- und Tierisches Fett, Joghurt und Wein sowie eine große Anzahl von Fladen mit Honig, Käse oder Resten von Gerichten (Pizza Art) herzustellen.

 

Die sicherlich fortschrittliche Brotindustrie in Athen war so gewaltig, das kaum noch ein Haushalt von den Stadt- und den Peripherienbewohnern noch selber ihr benötigtes Brot selber bukten. Der Aufwand und der Preis des immer frischen Brotes stand zu keinem Verhältnis mit der Selbsther-stellung, denn die Preise waren durch die gesetzlichen Richtlinien wie bei den Fischen von der Polizei griechisch Πολιτεία Politeía, „Staatsverwaltung“ kontrolliert.

 

 

Frauen bei der Brotherstellung begleitet von einem Flötenspieler

8-6 Jhd. v. Chr.

 

 

Für diejenigen die die lukrativen Angebote der Bäckereien in Athen nicht wahrnehmen wollten oder konnten stand der Backoffen in der Bäckerei nach erfolgter Backarbeit laut Gesetz den Bürgern zur Verfügung um ihr selbst hergestelltes Brot zu backen.

 

 

Frau beim Teigkneten 7-6 Jhd. v. Chr. Quelle Wikipedia

 

 

Für diejenigen die die lukrativen Angebote der Bäckereien in Athen nicht wahrnehmen wollten oder konnten stand der Backoffen in der Bäckerei nach erfolgter Backarbeit laut Gesetz den Bürgern zur Verfügung um ihr selbst hergestelltes Brot zu backen.

 

Benannt wurde seit Homer eine große Menge von verschiedenen Brotsorten mit heutigen Kriterien.

 

a) reine Brotart, árto, άρτο

b) salzige Teigprodukte plakoúndes, πλακούνδες

c) süßeTeigprodukte plakoúndes, glikísmata, πλακούνδες, γλυκίσματα

 

Das Brot war in der Regel (2-jahrtausend v. Chr.) ohne Treibmitteln. Sie kannten aber auch die treibende Brotteige die mit Weinhefe, Natron und Bierhefe zum gären hergestellt wurden.

 

 

Die Athener nannten das Brot aus dem nur leicht geknetetem Teig fístin, φύστην, kardamálin, καρδαμάλιν, vírika, βήρηκα, tolýpas, τολύπας, und achíllion, αχίλλειον.

 

Athenaios III 109c, 109b, 109c, 114f.

 

 

 

Die uns bekannten Brotsorten und süße Teige sind folgende:

 

 

  • Achainas, Αχαϊνας, große Brote für die Feier der Demeter; Athenaios III 109f
  • Ageléi árti, Αγελαίοι άρτοι, für gesellige Stunden; Athenaios III 110e
  • Alifatítis, Αλιφατίτης, Blätterteig der auch mit Tierisches Fett bearbeitet wurde. Bei Athenaios XIV, 647-48 wird die Herstellung des kopton angegeben, der Vorläufer des im heutigen Griechenland, Türkei, Arabien und Ost-Nord Afrika heißgeliebten Baklava, Μπακλαβάς.
  • Anástratos, Ανάστρατος, runder Brotleib mit Sesam; Athenaios III 114a
  • Apalós oder Kappadókios oder Lachmas, απαλός η Καππαδόκιος η λαχμάς, der Teig wird mit etwas Milch, Olivenöl und reichlich Salz geknetet; Athenaios III 113b
  • Apopiriás, Αποπυριάς, Hefeteigbrot das auf Kohlen gebacken wurde; Athenaios III 111e
  • Artolágano oder Lágano, Αρτολάγανο ή λάγανο, Brotteig mit Rotwein, Milch, Pfeffer und Olivenöl oder tierisches Fett; Athenaios III 113d
  • Artoptíkios, Αρτοπτίκιος, wenn es mit zähen Teig hergestellt wird, wird es glänzend und leicht und angenehm für Hartbrot (Zwieback), wenn er aber locker mit einem Vorteig (Sauerteig) angemengt wird, wird das Brot leicht/locker aber nicht ein so glänzendes Brot; Athenaios III 111b
  • Dáratos, Δάρατος, ungesäuertes Brot. Athenaios III 110d
  • Bolitinos, Βωλιτινός, in Kugeln gekneteter Teig der in eingeölte Holzwannen zum gären gelegt, und danach mit Mykonos Samen (Mohnsamen) bestreut wurde. Den gegärte Brotteig legte man danach in einer Tonform die mit grobgemahlenen Mehl bestreut war und somit wenn das Brot gebacken wurde bekam es eine schöne Farbe wie der geräucherter Käse foumósos tirós, φουμώσος τυρός; Athenaios III 113d
  • Dipirítes άrti, Διπυρίτες άρτοι, Gebackenes in Scheiben geschnittenes Brot, das im Backofen getrocknet wurde, Zwieback.
  • Dípiros, Δίπιρος, Brötchen-Kranz mehrfach gebacken, Zwieback; Athenaios III 110a
  • Dramíkes, Δραμίκες, genannt in Makedonien, und Dáratos, Δάρατος, in Thessalien; Athenaios III 114b
  • Egkrifías, Εγκρυφίας; Athenaios III 110a
  • Émpeptas, `Εμπεπτας, Weizenbrot in konkaver und symmetrischer Form; Athenaios XIV 645d
  • Etnítis, Ετνίτης, wurde auch als Lekithítis, Λεκιθίτης genannt; Athenaios III 111c, 114c
  • Escharítis, Εσχαρίτης, das Brot wurde auf einem Tongrill gebacken. Athenaios erwähnt dass die Brote von Rodos exzellent wären, sie wurden in Mundgerechten Stücken zum süßen Wein gereicht; Athenaios III 109c.
  • Erikítis, Ερικήτης, Brot aus zerstoßenem Weizen im Mörser mit der Kleie; Athenaios III 114b
  • Hondrítis, Χονδρίτης, Brot aus grob gemahlenen Getreidesorten das in der Gastra bei geschlossenen und versiegelten Deckel in der Glut gebacken wurde; Athenaios III 109c
  • Igía, Υγεία, Gerstenbrot mit der gestempelten Aufschrift „Gesundheit oder Leben oder beides.
  • Ipnítis, Ιπνίτης, ausgebacken im Backoffen. Nicht alle Brote wurden im Backoffen gebacken. Der Ipnítis war zur damaligen Zeit (800 v. Chr.) ein Verkaufsschlager; Athenaios III 114b
  • Kilíkii árti, Κιλίκιοι άρτοι, große Brote aus ungeschältem Getreide; Athenaios III 110d
  • Killástis, Κυλλάστiς, Sauerteigbrot aus Gerstemehl; Athenaios III 114c
  • Kívi, Κύβοι, viereckiges Brot gewürzt mit Dill, Käse und Olivenöl; Athenaios III 114a
  • Knistós, Κνηστός; Athenaios III 111d
  • Kóllavi, Κόλλαβοι, die Größe und Form der heutigen Brötchen.
  • Kóllavos, Κόλλαβος, Brot aus frischem Weizen; Athenaios III 110f
  • Krivanítis, Κριβανίτης, sehr helles Fladenbrot, wurde in einem mobilen Tongrill mit Tonglocke gebacken; Athenaios III 109c 109f
  • Lágano, Λάγανο, leicht im Geschmack und nicht sehr Nahrhaft; Athenaios III 110a
  • Makonídis, Μακωνίδης, klassisches Brot der antike mit Leimsamen, Honig, Moon oder Sesam. Alkman erwähnt seine hervorragende Eigenschaft. Athenaios III 111a
  • Mistíli, Μυστίλη, konkaves Brot das mit Lebensmitteln belegt wurde, Art Pizza.
  • Nastós, Ναστός, aromatisches Bot mit hoher Qualität. Wurde bei Opfergaben benutzt und auch als Zimítis, Ζυμίτης, genannt; Athenaios III 111c 
  • Órindos, Όρινδος, aus Reis oder Getreide von Äthiopien; Athenaios III 110e-f
  • Ovelías, Οβελίας, gebacken in kleinen runden Formen; Athenaios III 111b
  • Piramoús, Πυραμούς, wird mit Sesam geknetet; Athenaios III 114b
  • Pirítis, Πυρίτης, Brot aus Weizenmehl und Honig
  • Pírnos, Πύρνος, Brot aus ungesiebtem Mehl; Athenaios III 114e
  • Plakítas, Πλακίτας, flaches Brot wie der Plakounda; Athenaios III 110b
  • Plitós, Πλυτός, pochiertes Brot. Wird noch auf Kreta hergestellt, und ist der Vorfahre des Israelischen Brotes „Bagel“. Leichter Brotgeschmack hergestellt aus Gersten- oder Weizen, das zuerst in Wasser eingeweicht, getrocknet und danach gesiebt, so das jede Kleie entfernt wurde; Galenüber die Eigen-schaft der Nahrungsmitteln 587-588
  • Pópana, Πόπανα, Brotkranz mit einem Punkt (Nabel) in der Mitte. Gerne wurde dieser Kranz mit Honig und/oder Olivenöl, oder mit anderen Zutaten gebacken.
  • Sigkomistós, Συγκομιστός, Brot aus verschiedenen Getreide Sorten, unter-stützendes Brot für den Stuhlgang; Athenaios III 109b
  • Sisamítis, Σησαμίτις, Brötchen mit Sesam. In Sparta wurden sie der Göttin Dímitra (Demeter) geopfert; Athenaios III 114a
  • Streptíkios, Στρεπτίκιος, geknetet wird der Teig mit etwas Milch, Pfeffer und etwas Olivenöl oder tierisches Fett; Athenaios III 113e
  • Thárgilos oder Thalísios, Θάργηλος η Θαλύσιος, das erste Brot nach der Getreideernte; Athenaios III 114a
  • Thiagónes, Θιαγόνες, Opferbrot für die Götter, in Ätolien; Athenaios III 114b
  • Thridakíni, Θριδακίνη, Brot mit Römersalatblättern.
  • Tiróndas, Τυρώντας, sehr beliebt bei Kindern, Brot mit Käse; Athenaios III 110b-d
  • Vákchilos, Βάκχυλος, Brot das in der Asche gebacken wurde; Athenaios III 111e
  • Vlíma, Βλήμα, gezupftes, in Kugeln gedrehtes warmes Brot; Athenaios III 114
  • Vlomieos, Βλωμιαίος, schon in Portionen vor geteiltes Brot.
  • Vratímis, Βρατίμης, mit einem sehr großem Kleie gehallt; Athenaios III 114e
  •  
  • Máza, Μάζα, das älteste uns bekanntes griechisches Brot.

 

 

Das Gerstenkorn Krithé, wurde in den meisten griechischen Regionen angebaut (die Wichtigkeit des Gerstenkorns spiegelt sich in der heutigen griechischen Küche wieder, Kritharaki, ist die Nummer eins unter der griechi- schen Teigwaren). In der antike waren die zwei und sogar die sechs Zeilen von Gerstekörner an der Ähre bekannt. Doch die wohl verbreitete Weizenart der Griechen war sehr wahrscheinlich der Emmer, zeiaí, oder auch ólyra (Anti- phanes 88 bei Athenaios 100f, Theophrastos, Untersuchung von Pflanzen 6,3,1-7 und 9,1,7,). Er wurde in allen Größen geschrotet sowie ge- mahlen, woraus aus dem ein einfacher Milchbrei, Wein- Wasserbrei gekocht oder als allerfeinstes Brot gebacken wurde. Reis, und Kichererbsenmehl war der Gerstenersatz für die Ärmeren sowie Söldner.

 

Hafer, Brómos, das ist Nahrung für das Vieh, nicht für Menschen, nur dann wenn eine extreme Hungersnot dieses verlangt dass aus Hafer einer Brot bäckt. Denn solch ein Brot schmeckt insgesamt unangenehm erwähnte der byzantinischer Autor, Mönch und Arzt Simeon Seth aus dem 11. Jahrhun- dert der über der antiken Ernährungs-Literatur von Galenos und der ara- bischen in Ägypten „über die Eigenschaft der Nahrungsmitteln 137“ schrieb.

 

Die wenig bekannte Besenhirse Kénchros, im antiken Griechenland laut Xenophon (Anabasís 2,4,13) der annahm das seine Leser sie Kanten.

 

 

 

 

 

Frau bei der Mörserarbeit mit Getreide 7/6 Jhr. v. Chr.