die wichtigsten Zutaten und Gewürze

 

Homer: Ilias, 13, 610–613


„Innerhalb des Gehegs war ein weitum schattender Ölbaum, Stark und blühenden Wuchses; der Stamm glich Säulen an Dicke.
Rings um diesen erbaut’ ich von dichtgeordneten Steinen unser Ehegemach, und wölbte die obere Decke und verschloss die Pforte mit festeinfugenden Flügeln.
Hierauf kappt’ ich die Äste des weitum schattenden Ölbaums und behaute den Stamm an der Wurzel, glättet’ ihn ringsum künstlich und schön mit dem Erz, und nach dem Maße der Richtschnur;
Schnitzt’ ihn zum Fuße des Bettes, und bohrt’ ihn rings mit dem Bohrer,
Fügete Bohlen daran, und baute das zierliche Bette,welches mit Gold und Silber und Elfenbeine geschmückt war;
Und durchzog es mit Riemen von purpurfarbener Stierhaut.“

 

 

1. Mose - Kapitel 8

 

10) Da harrte er noch weitere sieben Tage und ließ abermals eine Taube fliegen aus dem Kasten. 11) Die kam zu ihm zur Abendzeit, und siehe, ein Ölblatt hatte sie abgebrochen und trug's in ihrem Munde

 

Matthäus 26, 36-46

 

Jesus hielt zwischen Olivenbäumen im Garten Getsemani kurz vor seiner Kreuzigung Zwiesprache mit Gott,

 

 

Röm 11,13-24

 

Paulus illustrierte das Verhältnis zwischen Heidentum und Judentum mit einem wilden und einem edlen Ölbaum.

 

 

    Lange Zeit herrschte die Theorie auf Grund des sogenannten disjunktes Areal, das der Olivenbaum (Olea europarea) in dem Mittelmeerraum von Menschen eingeführt wurde. Doch diese Theorie wiederlegte sich durch die gefundenen fossile Funde der versteinerte Olivenblätter auf der griechischen Insel  Santorin, bei Fira (Thira). Die Datierung ist aus der Zeit um 54.000 v. Chr.

 

      Die Geschichte des kultivierten Olivenbaums reicht nach heutigen Kenntnissen mindestens bis zur Bronzezeit zurück. Früher als im übrigen Europa begann auf der Insel Kreta und dem mit ihr in Verbindung stehendem griechischen Festland die Bronzezeit.
Wann die Wildform des Olivenbaum zum fruchtbaren Olivenbaum kultiviert wurde ist von den gefundenen 9000 Jahre wilden Olivenkerne die von Menschen gesammelt wurden unbekannt.


     Die minoische Kultur in der ersten Hälfte des 3. Jahrtausend v.Chr. auf Kreta war die erste bedeutende Zivilisation von Europa und wurde benannt nach dem sagenhaften König Minos.

Eine erste Blütezeit, aus der die charakteristischen Rundgräber (Tholoi) stammen, erlebte Kreta um 2.200 v.Chr. In Knossos, Phaistos und Mallia entstanden Anfang des 2. Jahrtausends v.Chr. die ersten Paläste. Sie wurden im 17. Jahrhundert v.Chr. durch ein Erdbeben zerstört, dann wieder aufgebaut und im 16./15. Jahrhundert v.Chr. zu großartigen Anlagen erweitert.
 

      Knossos war die mächtigste Stadt auf Kreta. Mehr als 50.000 Einwohner wird geschätzt, lebten des 16. Jahrhunderts v.Chr. auf einer prunkvoll ausgestattete Palastfläche von 2 ha mit fließendem Wasser, Toiletten und beheizte Baderäume.
 

       Dieser repräsentativer Palast war nicht nur der Königsitz sonder der wirtschaftlicher Mittelpunkt der Insel mit große Speicherräume für Getreide, Olivenöl sowie Wein die von dem Reichtum durch eine zentralen Verwaltung zeugen. Eine Vielzahl von Treppen und Gänge verbanden die Hallen, Vorratsräume, Werkstätten mit Lichthöfen für das nötige Tageslicht.
Dieses Labyrinth in dem der Minotauros ein Ungeheuer mit Menschenleib und Stierkopf gefangen gehalten sollte ist die Darstellung der Größe der imposante minoischen Knossos Stadt.

 

     Von Beginn an, das wichtigstes Handelsgut der minoische Kultur war das zur Zeit seltene Olivenöl das in allen Himmelsrichtungen, Regionen und Völker exportiert wurde und diese Kultur ein hohes Luxuriöses Leben ermöglichte. Dieses Olivenöl wurde vielseitig für die Konservierung von Gemüse, Fleisch und Fisch (dem Wein in den Amphoren wurde eine kleine Menge Olivenöl zugegeben und somit haltbarer wurde da keine Luft, Sporen und Mikroorganismen in den Wein eindringen konnten), natürlich ebenfalls für die Speisen beim garen und zu würzen.

 

      Archäologischen Funde sowie die noch lebenden Bäume z.B. Ano Vouves auf Kreta mit einem geschätztem alter von 3.500-5.000 Jahre weisen darauf hin das schon um ca. 4000 v. Chr. auf Kreta Ölbaume kultiviert wurden. Ähnliche Erkanntnisse weisen ebenfalls auf Syrien. Davon zeugen die geretteten minoische Schrifttafeln sowie spätere mykenische Linear B-Archiftafeln.

  

 

54.000 Jahre alte fossile Blattabdrücke von Olea europaea. Fundort: Fira/Santorin (Quelle Wikipedia)

 

 

Ältester Ölbaum auf Ano Vouves, Kreta ca. 3.500-5.000 Jahre

(Quelle Eric Nagle [CC BY-SA 4.0 (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0)])

 

 

Olivenhain (Quelle Wikipedia)

 

       Das Ölbaumholz langsam wachsend mit eine sehr hohe dichte eignete sich für die Herstellung von Gebrauchsgegenständen und Werkzeug z.B. Spatenstiel.


      Die Braunkohle sowie die Steinkohle war in diesen Regionen unbekannt, doch bei Ausgrabungen vom Palast von Zakros, Kreta weisen dass das Ölbaumholz laut Aschenfunde schon zu der Bronzezeit  die nötige Hitze lieferte um die Metalle und Keramik für die Bearbeitungsvorgänge und somit unentbehrlich war für diese Zeit. Selbst die Überreste aus den Oliven Kerne und Trester nach der Ölgewinnung wurden für die Feuerstellen zum Kochen und in Standöfen zum Heizen in den Winterperioden genutzt.

 

 

 

Palast von Zakros, Kreta   (Quelle Wikipedia)

 

 

 

1961 wurde dieser Metall-Schmelzofen in Kato Zakros ausgegraben, er gilt bislang als der älteste der Menschheitsgeschichte  (Quelle Wikipedia)

 

 

      Die ältesten Nachweise von Ägypten wurden im Grab vom Pharao Tutanchamun (18. Dynastie, ca. 1.500 v. Chr) gefunden, Olivenblätter waren am Grab vorhanden. Andere Funde und Hinweise von der Nord Afrikanischen  Mittelmeerküste, den Oasen Bahaiyya, Dachla, Charga und Siwa sowie auf den Sinai.

 

      Auf dem südlichen griechischen Festland entwickelte sich um das 16 Jahrhundert v.Chr. die mykenische Kultur die seit dem 3. Jahrtausend basierend auf der helladischen Kultur und seit dem 19. Jahrhundert v.Chr. von den eingewanderten indogermanischen Achäern die sehr beeinflusst von der minoische Kultur waren. Davon zeugen heute die geretteten Tafeln in Linearschrift.

 

    Um das 14. Jahrhundert v.Chr. übernahmen die Mykener das geschwächte Kreta das durch die zerstörerische Erdbeben und oder der innere politische Unruhe im Land die minoischen Paläste und Handelsstrategien des östlichen Mittelmeer die an Macht gewinnende Insel Zypern, Kleinasien sowie Nordafrika.

 

      Zur dieser Zeit war Zypern  der bedeutendster Kupferproduzent und der Olievenbaum  lieferte 71 % der benötigte Holzkohle, dieses weisen die untersuchten Holzkohlefunde aus der Bronzezeit. Dies gleiche galt mit den Brenöfen für das griechische Mutterland, am schwarzen Meer, Kleinasien und später die griechischen Kolonien rund um das Mittelmeer.


     Auf der Peloponnes entstanden prächtige Städte mit Palästen nach minoischen Vorbildern wie Mykene, Argos, (eine der ältesten Stadt Griechenlands) Tiryns und Pylos mit den Olivengärten.
Von Homer überlieferter Epos der "Trojanischer Krieg“ deutet die Machtkämpfe zwischen den gewaltigen Konkurrenten Troja und Mykene die um die Vorherschaft der Handelsgewalt im östlichen Mittelmeer kämpften.

 

     Häufig angebaut wurde der Ölbaum in der Ptolemäischer Zeit in den Ägyptischen Regionen und darüber hinaus, Theophrast erwähnte den Ölbaum in der Region Thebais und die Römer trieben die Ölbaumkultur jahrhunderte Jahre später voran, laut Strabo.

 

      Zu dieser Zeit dachten die 12 Götter von Olymp, dass sie die Städte Griechenlands unter ihren Schutz nehmen sollten, damit die Menschen ihnen Göttertempel bauen um ihnen Opfer und ihren Götterglauben zu huldigen. Also fingen die 12 Götter von Olymp an, die Städte untereinander zu teilen, aber als die zwei Gott-Kontrahenten Athene und Poseidon die gleiche Stadt um Akropolis (Kekropia war der Urname der seit 7.000 Jahre besiedelte Region) haben wollten, gerieten sie in Streit miteinander.
Um die Gunst der Stadtmenschen zu gewinnen, begannen sie einen Wettstreit miteinander, wer das nützlichste Geschenk den Stadtmenschen geben würde.


      Der Zeuge dieser göttlichen Kontroverse war der König Kekrops (eine zweidimensionale Kreatur, die halb Mann, halb Schlange war) von Attika und somit von Akropolis, Nach einer anderen Version des Mythos war Kekrops der Richter der Streitigkeit.
 

      Die Kontrahenten bestiegen den Akropolis-Felsen, wo auf sie die anderen 10 Götter des Olymp warteten, um den Wettkampf der beiden Götter zu beurteilen, während Kekrops als Zeuge anwesend war.

 

      Poseidon kam zuerst, stand in der Mitte des Felsen von Akropolis und gab mit seinem Dreizack einen starken Schlag auf den Boden. Sofort entstand eine Salzwasserwelle, die einen kleinen See namens „Erechtida-Meer“ bildete.
 

    Athene war an der Reihe, ihr Geschenk zu überreichen und nachdem sie Kekrops als Zeugen aufgerufen hatte, pflanzte sie einen Olivenbaum auf den Felsen, der voller Früchte war (es war der Baum, der viele Jahre später gerettet werden sollte).

 

     Nachdem beide Götter ihr Geschenk gemacht hatten, erklärte Zeus das Ende des Kampfes und forderte die anderen Götter auf, zu beurteilen, wem die Stadt gegeben werden würde.

    

      Gleichzeitig forderten Athene das Zeugnis und die Meinung von Kekrops; der vom höchsten Punkt des Felsen sich umsah, aber wo auch er sich nur umdrehte, waren seine Augen mit Salzwasser befeuchtet. Aber der kostbare Olivenbaum mit den Früchten, den Athene zum Keimen gebracht hatte, war der erste Olivenbaum im ganzen Land und es war ein Versprechen für Ruhm und Glück für die Stadt und deren Menschen.

 

      Es wurde entschieden, dass das Geschenk von Athene nützlicher war und ihr die Souveränität der Stadt gegeben wurde, obwohl Poseidon versprochen hatte, dass er die Stadtmenschen zu Seeleuten machen würde.

 

     Und so wurde die Stadt Athen geboren!

 

    Poseidon war jedoch wütend auf den Verlauf des Kampfes und verfluchte die Stadt Athen und deren Menschen das sie nie genug Wasser für die Stadtbewohner haben sollte. Und so begann das Problem der Wasserknappheit, das die Stadt plagte.

 

    Es wird vermutet, dass sich auf dem angrenzenden Felsen die Spuren befanden, die Poseidons Dreizack in seinem Streit mit Athene hinterlassen hatte. In der Festung befand sich das "Erechthei-Meer", der Salzwasserbrunnen, der floss, als Poseidon mit dem Dreizack auf den Felsen schlug.

 

     Vom ersten Olivenbaum der Athena wird angenommen, dass alle anderen Olivenbäume des griechischen Landes gezüchtet wurden. Aus diesem Olivenbaum entstanden die zwölf Olivenbäume der Akademie von Platon, die ihren zwölf Toren entsprechen. Der Legende nach handelte es sich um Stränge der Athena Sacred Olive. Eines davon war das berühmte Olivenöl von Athen, das der Gegend seinen Namen gab.

 

    Spätere Medizinische schriftliche Anwendungen der Antike wie von Hippokrates, sind heute Weltweit anerkannt für ihre universelle Anwendung bei Entzündungen (antiseptisch), der Körperpflege, das Lampenöl, sowie zur Pflege des Leders u.v.m. anerkannt.