Küche und Geräte

 

Villa Rustica Ahrweiler Küche der Mansio (Quelle Wikipedia)

 

 

Es ist schwierig, antike Küchenräume darzustellen. Doch archäo-logische Funde und frühe literarische Zeugnisse helfen unsere Vorstel-lungskraft. Bei den gut gestellten Bürgern aus dem 7 Jh. v. Chr. bestand die Kücheneinteilung und Kücheneinrichtung wie folgend: ein rechteckiger, in hüfthöher Stein oder Backziegelsteinofen, mit Holz bzw. einer Kohlenmulde, worauf ein Dreifuss oder Rost gesetzt. Der Bratrost über der Holzkohle unterscheidet sich nicht sehr vom modernen Gasherd, auf dem das Koch- geschirr (unglasierte Tontöpfe die schnell verschmutzten, wurden gerne von Blei oder Kupfertöpfen ersetzt) sowie das gegrillte Zieglein über aromatisierte Holzkohle mit frischen Kräutern gegrillt wurde.

 

 

Küche mit offener Feuerstelle, Dreifuß, Grillrost und einziehbare Kette für

die Töpfe

 

 

Was Köche brauchen

 

In der Komödie >Nachtfest, oder: Die Tagelöhner< lässt Alexis einen Koch sprechen:

Im Kreise muss ich rennen, schreien, wenn

mir etwas fehlt. Du kommst gerade erst

und willst schon speisen? - Bloß, ich hab noch

nichts:

nicht Essig, nicht Anis, nicht Majoran, nicht Feigenblätter, Öl nicht, Mandeln nicht,

nicht Knoblauch, Most nicht und Schalotten

nicht,

nicht Zwiebeln, Feuer, Kümmel oder Salz
noch Eier oder Holz, nicht Trog, nicht Tiegel,
nicht Strick, nicht Brunnen seh ich noch Zisterne,
kein Weinfass. - Nutzlos stehe ich herum,
das Messer in der Hand, schon aufgeschürzt.

verschiedene Bratenspieße und Feuerböcke 7.-6. Jhr. v. Chr.

 

 

Koch am Grill 525-475 v. Chr.

 

 

 

"Dr. Julie Hruby, Chicago

 

CHICAGO — Die alte Mykener haben einen Ruf als Palastbaumeister und Krieger, aber sie waren auch ziemlich hoch entwickelte Köche. Vor mehr als 3.000 Jahren haben sie tragbare Grillgruben verwendet, um Souvlaki und Brot in Antihaftbeschichtete Pfannen zu grillen. Neue Kochenexperimente von Frau Dr. Julie Hruby von Dartmouth Universität deuten dieses an.

 

Die Blütezeit der Mykenische Zivilisation, die die Kulisse für "die Odyssee" und "Ilias" von Homer war, ist in Griechenland während der späten Bronzezeit von ungefähr 1700 v. Chr., bis die Gesellschaft auf mysteriös Weise ungefähr 1200 v. Chr. zusammengebrochen. Die Mykener haben erstaunliche Paläste und Goldübersäte Grabstätten an den Orten wie Pylos und Mykene zu- rückgelassen. Bei diesen Ausgrabungsplätzen haben Archäologen bezauber- nde Kunsterzeugnisse, wie Souvlaki-Grills und von Ton hergestellte Kuchen- bleche gefunden.

 

Es war nicht klar, wie diese zwei Typen von Pfannen verwendet wurden, hat Frau Dr. Julie Hruby von Dartmouth Universität gesagt. Bei der Jahresversamm- lung des Amerikanischen Archäologischen Instituts für Forschung präsentierte sie ihre Prototypen."

 

Je nach Wohlstand der Herren und Zeit, stand dieser Ofen an der Wand oder inmitten der Küche mit einem spärlichen bis hochentwickelten Kamin und einer integrierten Abzugsglocke. Durch die hohen Temperaturen die mit der Holzkohle erreicht wurden, benutzten sie eine Steinplatte, worauf der Brotteig, ohne oder mit der Tonglocke der Gastra, die raffiniertesten Käsekuchen tyro- tarichus (Homers Odyssee) schnell und gut ausgebacken wurden. Über die Arten der Kuchen zitiert Athenaios IV 647c ein "άρτοκοπικόν" betiteltes Buch des Chrysippos aus Tyana (III 113a wird er allerdingst als "άρτοκοποιικόν" Bäcker gennant), ebenfalls Fladen mit Käse überbacken (möglich eine Art der heitigen Pizza, denn Ausgrabungen haben Kochutensilien zur herstellung von eine Art der heutigen Pizza und für die Herstellung von Pasta zu Tage gebracht die ca. das 12.-15 Jhd. v. Chr. datieren). "πόπανον’’ (ψημένη πίτα με μέλι) και κάποιους φθοις (είδος αλμυρής πίτας), ενώ ταυτόχρονα παριστάνει πώς τις ευλογεί (Πλούτος, Αριστοφάνη, στ. 676-683). "Pópanon" (gebackener Kuchen mit Honig) und irgend ein fthis (salzige art von Kuchen) aber gleichzeitig be- hauptet er, dass er sie anhimmelt; Aristophanes.

 

Um den Kamin wurden die Fleischstücke, Würste, Fisch sowie Käse zum durchziehen und konservieren aufgehängt, und dienten der Lagerung, des Transports und als Vorrat. Doch manche alte Methoden haben moderne Entsprechungen.

 

 

 

meine Gastra (Tajine) und im nu ist der Käsekuchen fertig

 

 

......er hat gekocht, hatte den Eindruck es war ein Stück vom Schwein
in geschloßenem Gefäß.....

Athenaios IX 383c         

 

 

Tonbratpfanne mit Deckel 6.-4. Jhr. v. Chr.

 

 

Antiker Backofen (Quelle Hannelore Dittmar-Ilgen)

 

 

Antiker Handmühlenstein (Quelle Wikipedia)         

 

 

In Tonkrügen und Amphoren lagerten Olivenöl, Essig, Honig, Soßen und Weine. Der tägliche Vorrat an Reis, Gersten und Hirsenmehl wurde mit der Steinmühle gemahlen. Die Wände dienten zum Aufhängen der Regale, der ge- trockneten Lebensmittel und Gewürzen. Das Schneidwerkzeug und verschie- dener große Mörser waren die unentbehrlichen Hilfsmittel zum Gelingen einer gefüllten Sau, mit einer pürierten Lammhirn-Füllung. Dieser langwierige Arbeits- erlauf der Mörserarbeiten wurde von den Küchensklaven verrichtet, die Wacht darüber, von dem Koch.

 

 

 

antike Amphoren (Quelle Wikipedia)

 

 

Römischer Brotofen (Quelle Wikipedia)