Rezepte

 

 

 

 

Die hier aufgeführten Rezepte basieren auf zwei verschiedene Quellen.

 

Auf detaillierten Hinweise der geretteten Rezepten

 

Auf Hinweise der Rezepte ohne detaillierte Zusammenstellung der Rezepten, doch die heute noch unter den gleichen Namen oder/und in der Traditionelle Griechische- und Mittelmeer Küche zu finden sind. Obwohl viele Rezepturen sogar im arabischen und Ost afrikanischen Raum wo die Griechen ihre Handelsbeziehungen hatten z.B. „Eritrea“, und heute noch diese Gerichte zubereitet werden.

Die meisten nicht detaillierte Rezepte finden wir heute bei den 158 bewohnten griechischen Inseln. Die Gesamtzahl der griechischen Inseln beträgt zur Zeit um die 2.500 Inseln.

Die nicht detaillierte Rezepte sind mit ein Stern * gekennzeichnet.

 

 

 

 

 

 

 

"Οι μεν λοιποί ζώσιν ίνα εσθιώσιν, αυτός δε εσθίω ίνα ζω".

 

Wir leben nicht, um zu essen, wir essen, um zu leben.

 

Sokrates (469-399 v. Chr.)

 

 

Armut und Reichtum

 

Sokrates sagte, er unterscheide sich von anderen Menschen darin, dass sie lebten, um zu essen, wäh- rend er esse, um zu leben. Diogenes erklärte denen, die ihm vorhielten, dass er sich nach dem Bade selbst trockenrieb: »Ich wollte, ich könnte auch meinen Bauch reiben, um Hunger und Bedürfnisse zu vertreiben.«Euripides sagt in den >Bittflehenden< von Kapaneus:

    Dies ist Kapaneus. Groß war sein Besitz.

    Nicht prunkte er mit Geld, nicht dünkte er

    sich besser als ein Armer, tadelte,

    wenn einer groß mit reichem Tische protzte.

    Bescheidung pries er: nicht durch vollen Bauch

    sei einer edel, weniges genüge.

Kapaneus gehörte Jedenfalls nicht zu den Menschen, wie sie der wackere Chrysippos in seiner Abhandlung >Von Dingen, die nicht um ihrer selbst willen zu wünschen sind< beschreibt: In derartige Geldgier verfallen manche, dass wie man hört, einer vor seinem Ende eine Menge Goldmünzen verschluckte und daran starb. Ein anderer ließ sie sich in sein Gewand nähen, zog es an und gebot seinem Diener, ihn so zu beerdigen, ihn also weder einzuäschern noch ihn für die Beisetzung herzurichten.

Solche Leute rufen im Sterben etwa aus:

   O Gold, du liebste Gabe aller Menschen,

   so große Freude gibt die Mutter nicht
   im Haus, die Kinder nicht, der liebe Vater,

   wie du und wer in seiner Hand dich hält. Wenn

   Kypris solcher Glanz im Auge strahlt,

   wen wundert's, daß sie tausend Lieben hat?

Von solcher Art war die Geldgier bei den Leuten da- mals. Darüber bemerkte Anacharsis auf die Frage, wozu die Griechen Geld brauchten: »Um es zu zählen.« Diogenes bestimmte in seinem Idealstaat als Zahlungsmittel Knöchelchen. Denn Euripides sagt auch schon hierüber :

   Sag nicht: Der Reichtum. - Nichts ist mir ein Gott,

   den auch der Schlechteste sich leicht gewinnt.

Chrysippos sagt in der Einleitung zur Abhandlung >Über Gut und Böse<, ein reicher Jüngling aus Jonien sei nach Athen gereist, angetan mit einem goldum­randeten Purpurgewand, und auf die Frage, wer er sei, habe er nur geantwortet: »Ich bin reich.«

 

 

 

Die 5 nützlichen Regeln für die Gastronomische Kunst des Archestratos (heute wichtiger als je zuvor) waren:

 

  • Natürliche Zutaten für die Herstellung der Gerichte.
  • Harmonie zwischen den einzelnen Zutaten.
  • Keine schwere Saucen und scharfe Gewürze, sie übertönen und
    heben nicht den Eigengeschmack des gewünschten hervor.
  • Leichte Saucen helfen dem Genuss des Gaumens
  • Gewürze mit Maß verwenden, damit eine Harmonie der Geschmackrichtungen
    und der Aromata der Gerichtes entstehen können.

 

Archestratos (429-347 v.Chr.) wird unter anderem von Athenaios erwähnt, überliefert sind nur 6 Rezepte aus dem berühmten Kochbuch des Archestratos von Gela (aus Syrakus in Sizilien) "Opsartytika und Verwandtes".

 

 

 

Ein sophistischer >Vegetarier<

 

Alexis lässt in der Komödie >Die Frau aus Attika<

einen reden, der sich als Vegetarier ausgibt:

Ein kluger Mann war's, der zuerst uns lehrte,

dass Philosophen nichts Beseeltes essen.

Ich komme grad vom Markt, und nichts Beseeltes

hab ich gekauft; zwar große Fische, doch

die waren tot. Und Lammfleisch, fett, gekocht,

nicht lebend- wie denn auch? Was weiter? Ja,

gebratne Leber noch. Beweist mir jemand,

dass Stimme oder Seele darin ist,

gesteh ich: Recht verletzt ich und Gesetz.

 

             Athenaios IX 386c-d

 

 

 

Alexis stammte aus Thurioi in Unteritalien und hat ungefähr 392-288 v. Chr. gelebt und nach Suidas 245 Komödien hinterlassen, er gehörte der Attischen Kunst an.

 

Fr. 242 (aus dem Hypnos (schlaf)):

“Drum isst der Junge auch kein Schnittlauch, damit er seinem Liebhaber beim Küssen keinen Verdruss macht“.

 

 

 

Die Griechen hatten in der antike Zeit drei Mahlzeiten.

 

Ariston, (Αριστον) das Frühstück, hauptsächlich aus Gerstenbrot das in unverdünnten Rotwein getränkt wurde.

Dípnon, (Δείπνον) das Mittagessen.

Dórpon, (Δόρπον) das Abendessen.

Athenaios I, 11c

 

 

 

Philimon von Siracusa (Φιλήμονας um 360- um 264 v. Chr. griechischer Dichter) und Aischylos (Αἰσχύλος um 525/524- um 456/455 v. Chr. griechischer Dichter) erwähnen das in der antiken Zeit vier Mahlzeiten am Tag eingehalten wurden.

 

Das erste am Morgen; ákratismós (ἀκρατισμός) oder dianistismón (διανηστισμόν), bestand aus nicht verdünnten Rotwein (beim Kapitel Wein wird ausführlich berichtet) und Gerstenbrot das in den Wein ákratos (ἄκρατος) gedippt wurden dazu Nüsse (Mandeln, Walnüsse, Hasselnüsse, Pistazien), Trockenfrüchte, bevorzugt Feigen wenn vorhanden, Ziegen Ziegen- oder Schafskäse und Oliven.

 

Gerne wurden die taginías, ταγηνίας, tiganítis, τηγανίτης oder taginítis, ταγηνίτης, taginon, τάγηνον bedeutet in der Pfanne ausbacken Pfannkuchen oft mit/oder Honig, Sesam, Käse und Moon dazu gereicht.

 

Das zweite um die Mittagszeit bzw. am sehr frühen Nachmittag áriston ἄριστον (bedeutet ausgezeichnet, sehr gut) diorpistón, διορπηστόν, überwiegend leichte Gerichte, vegetarische Vielfalt.

 

Das vierte Mahl, das wichtigste dípnon, δεῖπνον, bedeutet Mahl, Mahlzeit und Essen, oder epidorpís, επιδορπίς. Ein lang andauerndes und Vielfältiges dípnon wurde bis in den Morgengrauen bei den Symposien gehalten.

 

Vor dem dípnon konnte noch ein zusätzliches leichtes Mahl éspérisma, ἑσπέρισμα, am späten Nachmittag eingenommen werden.

Als Abendessen das áristódipnon, ἀριστόδειπνον, δόρπον, das anstelle des dípnon mit der Familie am Abend eingenommen wurde.

 

Homer erwähnt das áriston das Morgenmahl, dípnon das Mittagsmal und dórpon das Abendmahl war.

 

 

 

Der Apíonas (Grammatiker u. Rhetoriker aus Alexandria 1. Jh. n. Chr.) und der Díodoros (Grammatiker 1. Jh. v.Chr.), wie Pámphilos (Grammatiker 1. Jh. n. Chr.) sagt, sie sagen das nach dem Abendessen das Naschwerk, tragímata, τραγήματα, epeklia, επαικλεια heisen. Der Ephippos in seinem Werk Ephívous sagt:

 

Danach kam Bulgur, Ägyptische Myrrhe,

irgendein Krug mit alten Wein wurde geöffnet,

es kamen Sesamkuchen, Trockenfrüchte und auch geröstete, Käsekuchen, Milchpudding

einhundert Eier; all das aßen wir,

das was wir hatten aßen wir mit Männerwürde;

weil wir gewisse Parasiten neben uns ernähren.

 

 

Und bei den Kýdona:

 

Nach dem Abendessen Körner….

Kichererbsen….Ackerbohnen,

gestoßener Weizen, Käse, Honig, Sesamartiges,

Fisch und Frosch, Weintrauben, Granatapfel, Apfelkuchen,

Apfel, Wahlnuss, Milch, Hanfsamen,

Muscheln, Brei, und das Gehirn des Zeus. (Redewendung für etwas Schönes)

 

 

 

 

Frau bei der Herstellung von Tiganitis (Pfannkuchen) 7.-5. Jh. v. Chr.

(Quelle Wikipedia)

 

 

Τηγανίας ἤδη τεθέασαι χλιαρούς σίζοντας,

ὅταν αὐτoίσιν ἐπιχέης μέλι;

 

Hast du bis jetzt warme Tiganítes gesehen wie sie quieken,

wenn du sie mit Honig übergießt;

 

Athenaios XIV 646f